Das königliche Forstrevier Leegebruch kommt zum Remontedepot Bärenklau;
Es beginnt die Entwicklung, die schließlich zur Entstehung Leegebruchs führt.
Im Jahre 1832 wurde das benachbarte Bärenklau zum Hauptremontedepot für die
kaiserliche Armee. Eine solche Einrichtung hatte die Aufgabe, die für das Militär
erworbenen Pferde, sogenannte Remontepferde, solange auf den Weideflächen zu pflegen,
bis sie schließlich anstelle ausgemusterter Tiere bei der Reiterei oder im Troß
eingesetzt wurden.
Es kann davon ausgegangen werden, daß kurz nach der Entstehung des Remontedepots
in Bärenklau auf dem Gebiet des heutigen Leegebruch zunächst für Entwässerung
gesorgt wurde (Alte Muhre, Muhrgraben) und anschließend dort eine Außenstelle, ein
Vorwerk, errichtet wurde.
Dazu gehörte zunächst nicht viel; Weiden und Koppeln für Futter und Auslauf, ein
Remonteweg, auf dem die Pferde auch nach Bärenklau ins Hauptdepot geritten oder
getrieben werden konnten... und schließlich eine Handvoll Gebäude.
Damit war die Geburtsstunde des heutigen Leegebruch angebrochen.
Das Meßtischblatt Nr. 1692 der preußischen Landesaufnahme aus dem Jahre 1901
(mit Korrektur von 1919) weist folgende Baulichkeiten aus:
"Um den großen Gutshof gruppierten sich vier lange Gebäude, im Westen lag das
Wohnhaus des Verwalters, drei Stallgebäude bildeten die Süd-, Ost- und Nordfront
des Hofes.
Weitere drei kleine Stall- bzw. Schuppenbauten lehnten sich direkt an das Wohnhaus an.
Innerhalb der Grasbahn für den Auslauf der Tiere stand noch ein Außenstall
(etwa an der Stelle des heutigen Wasserwerkes); ein weiterer Außenstall befand sich
östlich des Birkenweges (heute Birkenallee genannt) in der gleichen Höhe, südöstlich vom Gutshof wohnten einige Arbeiter in einem langen, niedrigen Haus,
ebenso wie andere in einem ähnlichem Gebäude längs der Eichenallee (Dorfkrug).
Die Gutsarbeiter hatten zu ihrer Nutzung nur drei kleine Ställe, die nördlich und östlich
der beiden Langhäuser standen."
Schließlich ist nur noch zu ergänzen, daß 1906 südlich des Gutshofes eine kleine Schule
gebaut wurde.
Damit sind alle Gebäude des wirklich alten Leegebruch aufgezählt, und es handelt sich
dabei zweifellos um den Kern dessen, was heute noch das "Alte Dorf" genannt wird.
Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, daß später, wahrscheinlich unmittelbar
vor dem 1. Weltkrieg, die Remontekoppel wesentlich vergrößert wurde, wobei das eine
Stallgebäude am Birkenweg dem Abriß zum Opfer fiel.
Ansonsten gab es bis 1919 in dieser Ansiedlung, die ja nicht mehr als ein Vorwerk des
Remontedepots in Bärenklau war, keine wesentlichen baulichen Veränderungen, und
von Bärenklau aus wurden die 15 Gebäude mit ihren knapp hundert Einwohnern auch
verwaltet.
( Quelle: Chronik von Leegebruch, erstellt von V. Potyka 1993/94 )
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