Geschichte von Leegebruch - Siedlungshäuser -


Auf langen Straßenzeilen entstand Haus für Haus die neue Großsiedlung, die den Betrieb des neuen Heinkel-Werkes überhaupt erst ermöglichte.
Mal als Doppelhäuser angelegt, mal als Einzelhäuser, zogen sich in Reihen die Gebäude der neuen Siedlung dahin. Um in die Gleichförmigkeit eine Hauch von Individualität zu bringen, wurden die Gebäude durch Kacheln mit Hauszeichen versehen; von der Biene bis zum Anker, von der Blume bis zum Schiff ist da alles mögliche vertreten.

Die Häuser waren preiswert. Firma und Staat ließen sich ihren neuesten großen Rüstungsbetrieb etwas kosten. Eines dieser Häuser, von denen es fünf verschiedene Typen gab, kostete ca. 7000 RM einschließlich Gebühren und Nebenkosten.
Um es an einem Beispiel ganz konkret zu machen:
Bei einer Doppelhaushälfte Typ S 1, (Ketten-Doppelhaus) betrugen die reinen Baukosten 4687.49 RM, und zwar bei einer Wohnfläche von 39,4 qm und einer bebauten Fläche von 74,6 qm, allerdings ohne Ausbau des Dachgeschosses.
Hinzu kam eine Gartenfläche von ca. 600 qm.
Die monatliche Tilgung belief sich auf rund 40.- RM.

Die Heinkel-Siedlung hatte das Ortsbild von Leegebruch nachhaltig und unwiderruflich verändert. Der ursprüngliche Ortskern, die Reste des Vorwerkes vom Remontedepot Bärenklau, waren jetzt nur noch mit Mühe zu entdecken... und so ist es bis heute geblieben. Die langen Zeilen der Siedlungshäuser entlang der schmalen Straßen bieten zwar, so wie es oben steht, überraschende Blickwirkungen - aber auch wenig Übersicht über die Anlage des Ortes, wenn ihn man nicht gerade aus der Luft betrachten kann.

Diesen speziellen Charakter wird der Ort sicher auch für die Zukunft auf lange Zeit beibehalten... denn welche Gesellschaft kann es sich schon leisten, mehr als 1000 Häuser einfach abzureißen und durch neuen Wohnraum zu ersetzen?

( Quelle: Chronik von Leegebruch, erstellt von V. Potyka 1993/94 )