Auch an der Schule in Leegebruch sah es in diesen Jahren so aus wie überall im
Lande - es fehlte an allem, und Improvisation war Trumpf!
Die überaus rasche Besiedlung während der Zeit der Heinkel-Werke, dazu noch der
Strom der Umsiedler unmittelbar nach dem Kriege hatten dazu geführt, daß nun die
Schule aus allen Nähten platzte.
Sie war die größte des Kreises, an ihr wurden in den Jahren von 1948 bis 1950 ca. 1300 Schüler unterrichtet. Fachräume gab es noch
nicht, und zum Teil mußte in zwei Schichten unterrichtet werden.
Auch der Kindergarten war bis 1949 noch in der Schule untergebracht, und zwar in
den hinteren Räumen. Die Leiterin war Frau Noack; ihre Mitarbeiterinnen Fräulein
Märker und Fräulein Block.
Als er dann schließlich in das Gebäude der alten Dorfschule umzog, erhielt er 1950
den Namen des polnischen Dichters Adam Mieckewicz. Zur Namensweihe waren
auch Vertreter des Rates des Kreises und ein polnischer Dichter erschienen. Kulturgruppen
der Schule umrahmten mit Liedern und Volkstänzen vor dem Haus den festlichen Anlaß.
Nun war in der Schule etwas Platz geworden. Die Räume, die jetzt zur Verfügung
standen, wurden von der neuen Pionierorganisation genutzt, die am 13.12. 1948
gegründet worden war. Am Anfang waren es alle jungen Lehrerinnen und Lehrer,
die die Arbeit mit den Pioniergruppen in ihren Klassen übernahmen, und es entfaltete
sich ein reges Pionierleben.
In den Sommerferien wurde die Arbeit auf ein großes Pionierlager in der Schule konzentriert.
Die Klassenzimmer wurden zu Aufenthalts- und Schlafräumen (für den Mittagsschlaf). Als Höhepunkte wurden Bergfeste und
Abschlußfeiern durchgeführt. Dabei versuchte jede Gruppe, die andere durch eigene
kleine Programme zu überbieten. Darbietungen wie Gesang und Volkstanz oder auch
Laienspiel wurden wochenlang geübt, um einen erfolgreichen Auftritt zu erreichen.
Erst in den folgenden Jahren zogen die reiferen Schüler mit den Lehrern und mit
Helfern aus dem Elternbeirat in ein Ferienlager nach Klein Zerlang.
Die erste hauptamtliche Pionierleiterin war Eva Niemann.
Als im Jahre 1949 auch die FDJ gegründet wurde (Freie Deutsche Jugend), gehörte
die Arbeit mit den FDJ-Gruppen noch nicht zu den Aufgaben einer Pionierleiterin.
Stattdessen war der junge Lehrer Jochen Hertwig für die gesamte FDJ-Arbeit verantwortlich.
(Er war übrigens in späteren DDR-Jahren 1. Bezirkssekretär des Bezirkes Frankfurt/Oder.)
Die jungen Lehrerinnen und Lehrer trugen im Unterricht das Blauhemd; auch von
den Pionieren wurde das Tragen des blauen Halstuches in der Schule gefordert.
In dieser Zeit entbrannte ein Meinungsstreit, ob sich die jungen FDJ-Lehrer von den
Schülern mit `Du´ anreden lassen sollten. Jochen Hertwig und Fräulein Schewitz
taten es. Diese Erscheinung verschwand jedoch bald wieder, offensichtlich kam man
doch zu der Erkenntnis, daß dieser Brauch die pädagogische Arbeit nicht gerade erleichterte.
Zu dieser Zeit wurden auch zahlreiche Arbeitsgemeinschaften gegründet; dazu gehörten
z.B. Schach, Laienspiel, Fotografie, Botanik und Gartenarbeiten, Sport usw.
Ganz besonders muß hier die Volkstanzgruppe unter Leitung von Alfred Heinrich und
seiner Frau erwähnt werden.
Bautätigkeiten in der Gemeinde
- September 1950 - Einweihung des Ehrenmals für KZ-Opfer
- 1951 - Zu Pfinsten wurde der neue Sportplatz am Kleeschlag eingeweiht.
- In den Jahren 1952/53 baute man die Sportlerklause, die Tribüne mit Toilettenanlage
und Umkleidekabinen. Initiatoren dieses Baues waren, die Messerschmiede, die vielen
freiwilligen Sportler und die Gewerbetreibenden von Leegebruch.
In späteren Jahren wurde die Sportlerklause durch einen querliegenden Anbau erweitert.
1980 kam eine Weinstube dazu und es wurde neu renoviert. Aus der Sportlerklause wurde das Sportlerheim.
Im Jahre 1984 wurde eine Terrasse angebaut, die gastronomische Versorgung übernahm
in den sechziger Jahren die HO und führte sie bis zur Wende. Danach wurde es von einem Privatmann übernommen.
Politische Entwicklung
- 17.05.1950 - Herabsetzung der Volljährigkeit von bisher 21 Jahren auf 18 Jahre.
- 08.10.1951 - Aufhebung der Rationalisierung aller Produkte bis auf Fleisch, Fett und Zucker.
- 23.07.1952 - Einteilung der Länder in 14 Bezirke
- 09.04.1953 - Aufhebung der Rationalisierung von Textilien und Schuhwaren.
- 28.05.1953 - Beschluss des Ministerrates der DDR zur Erhöhung der Arbeitsnormen.
- 17.06.1953 - Aus Protestdemonstrationen der Arbeiterschaft gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen
entwickelten sich Kundgebungen der Bevölkerung gegen das SED-Regime. Der Aufstand
kann nur durch das bewaffnete Eingreifen sowjetischer Truppen unter blutigen Verlusten
der Bevölkerung und durch drakonische Strafmaßnahmen niedergeschlagen werden.
Es wurde ein Ausnahmezustand verhängt, der in Leegebruch nach 3 Tagen wieder aufgehoben wurde.
- Frühjahr 1955 - Es finden die ersten Jugendweihen statt.
( Quelle: Chronik von Leegebruch, erstellt von V. Potyka 1993/94 )
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