Kleintierzucht in Leegebruch


In den zwanziger Jahren wurde der Siedlerbund in Leegebruch gegründet.
Die meisten Mitglieder waren die Bewohner aus der Gartensiedlung.
In den Jahren 1937 - 1939, mit dem Bezug der entstandenen Siedlungshäuser, an denen sich auch Stallgebäude befanden, ergab sich die moralische Pflicht der Kleintierhaltung.

Am 01. März 1938 wurde in der Gartensiedlung, im Lokal Hoffmann der "Kleintierzuchtverein Leegebruch D 341" gegründet.

Vorsitzender war Herr Graul, der Verein hatte 15 Mitglieder. Die erste Ausstellung wurde mit 300 Tieren, zwischen Weihnachten und Neujahr 1939 im Volkshaus eröffnet. Es gab eine Frauen- und eine Jugendgruppe. So schnell wie der Ort gewachsen war, wuchs auch die Anzahl der Vereinsmitglieder.
1940 = 135 Mitglieder
1945 = 161 Mitglieder.

In gemeinsamer Arbeit entstand auf dem Gelände des Wasserwerkes, die Siedlerbaracke, die von den Heinkelwerken vorfinanziert wurde. Diese Baracke diente zur Lagerung von Futtermitteln und Baumaterialien. Die Siedlerbaracke wurde nach dem Krieg zerstört.

Karl Deditsch übernahm für eineinhalb Jahre die Vereinsführung, bis 1947 der Kleintieridealist Franz Völkel für viele Jahre dieses Amt weiterführte.

Zu Beginn der fünfziger Jahre kam es zu einer harten Bewährungsprobe, der Verein wurde für kurze Zeit in eine Geflügel- und Kaninchensparte getrennt. Die langsame Verbesseung der Versorgungslage führte zum Desinteresse an der Kleintierhaltung.
In den fünfziger Jahren konnten in Leegebruch keine Ausstellungen durchgeführt werden, so fand man den Weg nach Germendorf. Die Bedingungen waren sehr beschwerlich, aber die Mitglieder ließen sich nicht entmutigen. Die Zahl der Mitglieder betrug 1956 38 und 1957 waren es nur noch 32.

Langsam ging es wieder aufwärts, aus dem Verein war eine Sparte des einheitlichen Verbandes der Kleintiergärtner, Siedler und Kleintierzüchter gewonnen. Seit 1971 werden regelmäßig Ausstellungen im Jugendclubhaus durchgeführt. In jenen Jahren zeigen viele Besucher großes Interesse an den Ausstellungen. Mit der Hauptspartenschau im Herbst 1974 sind nun die Raumprobleme gelöst, sie finden wieder im Volkshaus statt.

1988 konnte der Verein auf sein fünfzigjähriges Bestehen zurückblicken. Es wurden etwa 350 Hühner, Zwerghühner, Tauben, Wassergeflügel und Kaninchen vielfältiger Rassen und Farben ausgestellt und bewertet.

Die im VKSK organisierten Leegebrucher Kleintierzüchter zeigten, welche Effekte sich durch ihre sinnvolle Freitzeittätigkeit erreichten.
Seit vielen Jahren ist nun Walter Könik der Spartenvorsitzende. Der VKSK hat die Wende überlebt und erfreut alle mit den alljährlichen durchgeführten Ausstellungen. Die Zeit hat bewiesen, dass auch dieses Hobby unter marktwirtschaftlichen Bedinngungen erfolgreich weitergeführt werden kann.

(Quelle: Chronik von Leegebruch, erstellt von V. Potyka 1993/94)

August 2001 - große Sommerschau des Kleintierzüchtervereins mit mehr als 300 Tieren. Seit der Wende war diese die größte mit mehreren 100 Besuchern, so der Vorsitzende Dieter Marx.
Vereinsheim ist der alte "Fahrradschuppen" am Ortseingang. Heute haben die Tierschauen hier eine feste Heimstatt gefunden.

(Quelle: Tageszeitung vom 27.10.2001)