Das Gemeinschaftshaus

Ein Kulturhaus im Wandel der Zeit

- Gemeinschaftshaus - Volkshaus - Staatliches Kulturhaus - Volkshaus -

Das Gemeinschaftshaus soll die Zusammenfassung der ganzen Siedlerschaft zu gemeinsamen Veranstaltungen erlauben.

Es enthält einen großen mittleren Saalbau mit Einrichtungen für Theater und Kino, mit mannigfaltiger Möglichkeit zur Bildung und Unterhaltung. Ein Gaststättenbetrieb, Lese- und Spielräume erweitern die Bedeutung des Hauses, ebenso wie die Einrichtung einer Badeanlage, eine Näh- und Koch- sowie eine Siedlerschule.
So schrieb Hermann Mäckler, Wicking Verlag Berlin GmbH 1937/38
und auch ...
"Dusche, Pfanne und Nähmaschine für alle

Zur Großsiedlung Leegebruch gehört auch eine moderne Badeanstalt, eine Lehrküche, ein Nähraum und eine Großwäscherei.
Jeder, der der Siedlung Leegebruch bei Velten einen Besuch abstattet, wird über die Großzügigkeit der Anlage, über den schmucken Eindruck der Siedlungshäuser mit ihren sauberen Straßen, über die neuzeitliche Schule und das eindrucksvolle Gemeinschaftshaus erfreut und begeistert sein."
Auszug aus "Havelländischen Rundschau vom 12.11.1938

In dieser Konstellation wurde das Haus von den Bürgern Leegebruchs angenommen und in allen seinen Angeboten bis 1945 voll genutzt.
Nach dem Zusammenbruch 1945 stellte sich die Nutzung des Hauses zwangsläufig ein. Besetzungen durch die Rote Armee und dadurch eine unkontrollierte Inanspruchnahme des Hauses war die Regel. Zerstörung der Fenster und Türen des Saales hatte zur Folge, es wurde unbenutzbar.
Die Wäscherei wurde von der Roten Armee bis 1951 genutzt, einige andere Räume konnten nur zeitweilig, andere garnicht mehr genutzt werden.

Das Verlangen der Bürger nach Kulturellen Erlebnissen wurde immer stärker und so wurde der Saal mit seinen Nebeneinrichtungen entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten wieder hergerichtet.

Der Saal mit Kinoeinrichtung wurde von der Bezirkslichtspielleitung übernommen. Die Fensteröffnungen wurden zugemauert, so entstand ein Saal ohne Tageslicht. Kinovorführungen und Tanzveranstaltungen wurden wieder aufgenommen.
Die gastronomische Versorgung wurde von der Gaststätte übernommen, ebenso die Tanzveranstaltungen,die auch vereinzelt schon in den Jahren 1946 bis 1950 erfolgten, allerdings unter primitiven Verhältnissen.

1956 wurde das Haus (ohne Gaststätte) von der Bezirksspieldirektion Potsdam als Rechtsträger übernommen, renoviert und mit fester Bestuhlung versehen. Durch diesen Umbau hat das Kino an Qualität gewonnen, aber Tanzveranstaltungen waren nicht mehr möglich.

So entstand ein Saal im dem Kinovorführungen, Konzerte, Theater, Volkstanzvorführungen und Festveranstaltungen der Partei durchgeführt wurde, aber mehr war nicht möglich.

1967 drängelte der Ortsclub die Gemeindevertretung und den Gemeinderat zur Gestaltung eines Mehrzwecksaales. Dieser dreijährige Kampf führte dann 1971 zum Erfolg. Der Umbau und alles Notwendige konnte geplant werden.

Im April 1971 wurde dann im einvernehmen mit der Bezirkslichtspieldirektion Potsdam die Rechtsträgerschaft geändert. Der Rat der Gemeinde wurde nun Rechtsträger des Hauses und hatte die Möglichkeit den Umbau vorzunehmen.

Von April bis Oktober 1971 war es geschafft.
Zusätzlich kam noch die Innenausstattung hinzu, Stühle, Tische, Wandbespannung, Deckenbeleuchtung, die Umgestaltung des Foyers mit Einbau einer Saaltheke und dazugehörigen Lagerraum.

Die Leitung des Hauses übernahm ab 01.10.1971 Frau Gerda Heiss, von ihr wurde es viele Jahre mit Vitalität und großem Engagement geleitet.

Nach der Wende wurde dann der Verkauf des " Volkshauses" erwogen, aber im November 1993 gründete sich ein Förderverein, der sich für den Erhalt des Hauses einsetzte.

( Quelle: Chronik von Leegebruch, erstellt von V. Potyka 1993/94 )

Seit Mitte der neunziger Jahre in privater Hand, wurde es von Grund auf saniert und modernisiert.
Zur Carnevalsaison 1997/98 hatte das Volkshaus seine Bewährungsprobe bestanden. Im Frühjahr 1998 wieder neu eröffnet. Im Gebäude befinden sich neben dem großen Saal, der rund 160 Besucher an Tischen unterbringt, unter anderem der Seniorenclub, die Bibliothek, ein Balettsaal, ein Fitnisstudio sowie eine Gaststätte.
Veranstaltungen zur Carnevalsaison, Silvester, aber auch Disko und Theatervorführungen finden seit dem wieder statt.